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Historie

Ein Symbol bernischer Macht

Ein Überblick über das Bernerhaus und seine illustre Vergangenheit

Die in der Eidgenossenschaft mächtige Stadtrepublik Bern besass während der Tagsatzungen (1415-1712) ihr eigenes Absteigequartier. 1676-78 erbaute sie sich an der Weiten Gasse ein repräsentatives Haus nach den Plänen des Erbauers des Berner Münsters, Abraham Dünz. Die Realisierung erfolgte unter Leitung und Aufsicht des Badener Schultheissen und Stadtbaumeisters Johann Bernhard Silberisen und des Bauherrn Obrist von Diesbach.

Der Giebelaufbau erhielt eine hölzerne Dachverschalung in Bogenform und zeigte sich richtig bernisch. Über den beiden Giebelfenstern vermittelt ein querovales Ochsenauge den Übergang zum Kreisbogen der Ründe. Das Gebäude könnte ein Patrizierhaus der Berner Altstadt aus der Barockzeit sein. 1734/35 wurde das Hinterhaus durch einen von Albrecht Stürler projektierten Neubau ersetzt, der für Wohnen bestimmt war und mit dem Bernerhaus über Galerien verbunden war. Die Stallungen sowie die Remise der Berner mussten vor das Mellinger Tor verlegt werden. Im ersten Obergeschoss ist der ehemalige Audienzsaal.

Sein klassizistisches Wandtäfer wird von einer feinen korinthischen Pilasterordnung mit eingespannten Blendbogen gegliedert. Das Treppenhaus mit den steinernen Rundbogendurchgängen ist noch genau in ursprünglicher Form erhalten. Der Hausflur und der vom Innenhof her beleuchtete Treppenlauf zeigen nichts von winkliger Enge. Das Bernerhaus ist zweifellos das stattlichste Wohnhaus der Badener Altstadt. Das Innenleben war über die Jahrhunderte hin sehr bewegt. Das Gesandtschaftshaus der Berner, das zudem als Pfarrhaus galt, erlebte seine rühmlichste und am besten dokumentierte Zeit anlässlich des europäischen Friedenskongresses. Der von Sonnenkönig Ludwig XIV. bevollmächtigte Gesandte Comte du Luc residierte in dieser Zeit mit Teilen seiner Gefolgschaft im Bernerhaus.

Ausser dem König von Frankreich, dem Kaiser von Deutschland sowie dem Papst waren in Baden noch weitere 39 Staaten und Städte durch 48 Bevollmächtige mit Sekretären und Dienerschaft vertreten. Die Franzosen sprengten jedoch mit über 300 Personen jegliche Dimensionen. Man versuchte sich zudem mit glänzenden Aufzügen und allerlei Festivitäten gegenseitig zu überbieten. Graf du Luc stellte alles in den Schatten, wenn er mit dem sechsspännigen Galawagen durch die Strassen fuhr. Die Stadt überliess du Luc zudem das Kornhaus für die Handwerker, die Metzgerei und eine zweite Küche an der Weiten Gasse, eine dritte Bäckerei im Haus Zum Winkel am Cordulaplatz. Nach dem Friedenskongress wurde es auch im Bernerhaus wieder ruhiger.

1859 gründeten 10 Männer jüdischen Glaubens die erste jüdische Kultusgemeinde in Baden; als Bethaus wurde für 320 Franken im Jahr der Audienzsaal im ersten Stock des Bernerhauses gemietet. Die erste Synagoge Badens blieb dort, bis sie 1874 ins Kaufhaus Schlossberg wechselte. 1878 wurde es unter Bürli und Bucher ein Kolonialwarengeschäft. 1904 wurde ein Postbüro eingerichtet. Kolonialwaren und Glas wurden später auch unter den Kaufmanns verkauft, zugleich begann der Handel mit Farbe und Drogerie. Den Betrieb nannten dann Peter und Eduard Kaufmann Drogerie Bernerhaus. Anfang 2001 schloss die Drogerie Kaufmann und es folgte ein Laden von Madal Bal. Im Jahr 2004 kaufte Lieni Fueter aus Leidenschaft das Bernerhaus.

Die bisherigen Eigentümer

  • 1678 – 1804 Kanton Bern
  • 1804 – 1805 Kanton Aargau
  • 1805 – 1810 J. von Schmid, Böttstein
  • 1810 – 1815 C. U. Bori, Baden
  • 1815 – 1858 J. M. Simond, Charmonix
  • 1858 – 1863 Familie Dorer, Baden
  • 1863 – 1878 J. Geissmann, Wohlenschwil
  • 1878 – 1923 B. Bürli und J. Bucher
  • 1923 gekauft von Josef-Anton Kaufmann
  • 1961 Gründung der Bernerhaus AG
  • 2004 gekauft von Lieni Fueter